EU-Reifenlabel verstehen – So liest du es richtig

Seit Mai 2021 gilt das neue EU-Reifenlabel mit erweiterter Informationspflicht. Drei Kategorien, Klassen A–E und QR-Code für Zusatzinfos. So nutzt du das Label sinnvoll beim Reifenkauf.

Was ist das EU-Reifenlabel?

Seit 2012 ist das EU-Reifenlabel in der Europäischen Union Pflicht für alle Pkw-Reifen und Leichtlastwagen-Reifen. Seit Mai 2021 gilt eine überarbeitete Version (EU-Verordnung 2020/740), die erweiterte Informationen enthält und klarer gestaltet ist.

Das Label bewertet drei Eigenschaften und zeigt die Klasse von A (bestes) bis E (schlechtestes) an — ähnlich wie beim Energieeffizienzlabel für Haushaltsgeräte.

Die drei Kategorien

1. Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand)

Ein niedriger Rollwiderstand bedeutet: Das Fahrzeug braucht weniger Energie zum Rollen — also weniger Kraftstoff (oder mehr Reichweite beim E-Auto). Der Unterschied zwischen Klasse A und E kann bei einem Mittelklassewagen bis zu 0,5 Liter pro 100 km ausmachen — über 40.000 km Laufleistung summiert sich das auf mehrere hundert Euro.

KlasseKraftstoffersparnis
ABeste Effizienz
BGut
CMittel (häufigste Klasse)
DSchlechter Rollwiderstand
EHoher Rollwiderstand

2. Nasshaftung

Die Nasshaftungsklasse gibt an, wie kurz der Bremsweg auf nasser Fahrbahn bei 80 km/h ist. Klasse A bedeutet den kürzesten, Klasse E den längsten Bremsweg. Der Unterschied zwischen A und E kann laut EU-Kommission bis zu 18 Meter betragen — bei einem Pkw der entscheidende Unterschied zwischen Unfall und Beinahemiss.

Wichtigste Kategorie: Nasshaftung Die Nasshaftungsklasse ist aus Sicherheitsgründen die wichtigste Eigenschaft beim EU-Reifenlabel. Mindestens Klasse B empfehlenswert. Klasse A ist der Goldstandard.

3. Externes Rollgeräusch

Das Rollgeräusch wird in dB(A) angegeben und beschreibt, wie laut der Reifen von außen (für Anwohner, Passanten) klingt. Seit 2021 werden drei Klassen angezeigt:

  • A (1 Welle): Unter dem EU-Grenzwert. Sehr leise.
  • B (2 Wellen): Etwas unter dem Grenzwert.
  • C (3 Wellen): Entspricht dem EU-Grenzwert.

Neu seit 2021: QR-Code und Wintertauglichkeit

Das neue Label enthält einen QR-Code, der auf die EU-Produktdatenbank (EPREL) verlinkt. Dort findest du vollständige technische Daten, Testergebnisse und Zusatzinformationen zum Reifen — nützlich für detaillierte Vergleiche.

Außerdem zeigt das neue Label Piktogramme für:

  • Alpine-Symbol (3PMSF): Geprüft für winterliche Verhältnisse
  • M+S: Mud and Snow
  • Eisgriff-Symbol: Speziell für Eis geprüft (nur wenige Reifen)

Wie du das Label beim Kauf nutzt

Online-Reifenhändler zeigen das EU-Label beim Produkt. Beim Kauf empfiehlt sich folgende Prioritätenliste:

  1. Nasshaftung: Mindestens Klasse B, besser A — direkte Sicherheitsauswirkung
  2. Kraftstoffeffizienz: A oder B reduziert Verbrauch und CO₂
  3. Geräusch: Klasse A oder B für angenehme Fahrt
  4. Winter-Piktogramm: Pflicht wenn Ganzjahresreifen für Winter genutzt
Das Label ersetzt keinen Produkttest Das EU-Label gibt Orientierung, aber keine vollständige Aussage über die Qualität. ADAC-Testergebnisse, Stiftung Warentest und Fachzeitschriften testen Reifen umfangreicher — besonders für Schnee, Trockenhandling und Langzeitverhalten.
Reifen mit gutem EU-Label finden

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Häufige Fragen

A ist die beste, E die schlechteste Klasse. Das Label bewertet drei Kategorien: Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand), Nasshaftung (Bremsweg auf nasser Fahrbahn) und externes Rollgeräusch. Je nach Kategorie hat eine bessere Klasse konkrete Auswirkungen auf Verbrauch, Bremsweg und Lärm.

Die Nasshaftungsklasse ist aus Sicherheitsgründen die wichtigste. Der Unterschied zwischen Klasse A und E kann bis zu 18 Meter Bremsweg bei 80 km/h betragen. Mindestens Klasse B empfehlenswert, Klasse A ist der Goldstandard.

Das EU-Reifenlabel ist seit 2012 für alle Pkw-Reifen Pflicht in der EU. Seit Mai 2021 gilt eine überarbeitete Version (EU-Verordnung 2020/740) mit erweitertem Informationsumfang und einem QR-Code, der auf die EU-Produktdatenbank (EPREL) verlinkt.

Nein. Das EU-Reifenlabel ist nur für neue Reifen Pflicht. Gebrauchtreifen werden ohne Label verkauft — ein weiterer Grund, beim Kauf von Gebrauchtreifen besonders vorsichtig zu sein.

Nasshaftung hat immer Vorrang — sie hat direkten Einfluss auf die Fahrsicherheit. Kraftstoffeffizienz beeinflusst den Verbrauch: Der Unterschied zwischen Klasse A und E kann bis zu 0,5 Liter pro 100 km betragen, was über die Laufleistung einige hundert Euro ausmacht.