Autoreifen online kaufen – So geht's richtig

Online-Reifenpreise liegen oft 20–40 % unter dem lokalen Händlerpreis. Aber es gibt einige Fallstricke. Wir erklären, worauf beim Kauf zu achten ist — von der richtigen Größe bis zur Montage.

Warum online kaufen?

Der stärkste Grund: Preis. Online-Händler kaufen große Mengen ein und haben niedrige Overhead-Kosten im Vergleich zu stationären Werkstätten. Bei identischen Reifen kann der Preisunterschied 20–40 % betragen. Bei 4 Premium-Reifen können das 80–200 € Ersparnis sein.

Weiterer Vorteil: Riesige Auswahl. Stationäre Händler haben nur begrenzte Lagerkapazität. Online findest du jede Größe, Marke und Reifenart sofort verfügbar.

Schritt 1: Richtige Reifengröße finden

Bevor du kaufst: Sicher die richtige Größe kennen. Die Größenbezeichnung (z.B. 205/55 R16 91H) findest du:

  • Auf der Flanke deiner aktuellen Reifen
  • Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld 15)
  • Aufkleber in der Fahrertür (B-Säule)

Alles zur Reifengröße: Reifengröße lesen & verstehen

Schritt 2: Marke und Qualitätsstufe wählen

Premium-Reifen

Michelin, Continental, Bridgestone, Goodyear, Pirelli — Premiumhersteller investieren viel in Forschung und Testressourcen. Ihre Reifen schneiden in ADAC-Tests meistens sehr gut ab und bieten kürzeste Bremswege. Preis: ca. 80–180 € pro Reifen (Mittelklasse).

Mid-Range Reifen

Hankook, Falken, Yokohama, Dunlop (Goodyear-Tochter), Nexen — gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, in Tests oft auf gutem Niveau. Preis: ca. 50–100 € pro Reifen.

Budget-Reifen

Günstige Hersteller aus Asien (Lanvigator, Sailun, Westlake etc.) — niedrigster Preis, aber in Tests oft schwächere Werte bei Nassbremsung und Aquaplaning. Für die meisten Fahrer nicht empfehlenswert — der Sicherheitsunterschied rechtfertigt den Mehrpreis beim Premium.

⚠ Bei Sicherheitsbauteilen nicht am falschen Ende sparen Reifen sind das einzige Verbindungsstück zwischen deinem Fahrzeug und der Straße. Der Preisunterschied zwischen Budget und Premium beträgt pro Reifen oft 30–60 €. Bei einem Bremsweg-Unterschied von mehreren Metern bei Nässe ist das eine der sinnvollsten Investitionen in die Fahrsicherheit.

Schritt 3: Wichtige Kaufkriterien

  • Herstellungsdatum (DOT) prüfen: Achte darauf, dass gelieferte Reifen nicht älter als 3 Jahre sind. Seriöse Händler geben das Datum an oder liefern garantiert aktuelle Ware.
  • EU-Label prüfen: Nasshaftung mindestens B, besser A. Details: EU-Reifenlabel verstehen
  • Herstellerfreigabe beachten: Wenn dein Fahrzeug ab Werk eine Markenfreigabe (z.B. BMW ★, Mercedes MO) hat, dieselbe beim Kauf wählen.
  • Lastindex und Geschwindigkeitsindex: Darf niemals unter den Fahrzeughersteller-Vorgaben liegen (Fahrzeugschein).

Schritt 4: Montage organisieren

Online gekaufte Reifen werden per Spedition geliefert — dann braucht es einen Montagepartner. Möglichkeiten:

  • Montage-Partnerservice des Händlers: Große Online-Händler (Reifendirekt, Reifen.de) bieten einen Partnerservice an: Du wählst beim Kauf eine Partnerwerkstatt in deiner Nähe, die Reifen werden dorthin geliefert und direkt montiert. Sehr bequem.
  • Eigene Werkstatt: Reifen nach Hause liefern lassen, dann zur lokalen Werkstatt fahren und montieren lassen. Günstigste Option bei bereits bekannter Werkstatt.

Mehr zu Montagekosten und Ablauf: Reifenmontage & Auswuchten

Reifenwechseltermin: Wann kaufen?

Nicht in den letzten Tagen vor dem Saisonwechsel kaufen — dann sind Werkstätten ausgebucht und Online-Bestände ausgedünnt. Ideal: 3–4 Wochen vor dem geplanten Wechseltermin bestellen.

Hinweis: Dieser Ratgeber kann Affiliate-Links enthalten. Kaufst du über diese Links, erhalten wir eine Provision — für dich ohne Mehrkosten.