Notlaufreifen (RunFlat) – Was sie können und was nicht

Ein Plattfuß auf der Autobahn ohne Pannenset in Sicht — genau dafür sind RunFlat-Reifen gemacht. Sie ermöglichen das Weiterfahren auch bei 0 bar. Aber was genau können sie, was nicht, und für wen lohnen sie sich?

Was ist ein Notlaufreifen?

Ein Notlaufreifen (englisch: Run-Flat Tire, RFT) ist ein Reifen mit verstärkter Seitenwand. Diese Seitenwand ist so stabil, dass sie das Fahrzeuggewicht auch bei komplettem Druckverlust (Plattfuß) trägt — ohne einzubrechen. Das ermöglicht das Weiterfahren zu einer Werkstatt.

Erkennungszeichen auf dem Reifen:

  • Goodyear, Dunlop: EMT (Extended Mobility Tire)
  • Michelin: ZP (Zero Pressure)
  • Bridgestone: RFT
  • Continental: SSR (Self Supporting Runflat)
  • Pirelli: r-f

Wie weit und wie schnell nach dem Plattfuß?

Die meisten Notlaufreifen erlauben nach einem Totaldruckverlust:

  • Maximal 80 km/h
  • Maximal 80 km Strecke (je nach Hersteller und Modell)
⚠ RDKS zwingend erforderlich Da ein RunFlat-Reifen bei Druckverlust kein spürbares Handling-Problem verursacht (anders als ein normaler Plattfuß), merkt der Fahrer den Druckverlust oft nicht selbst. RDKS (Reifendruckkontrollsystem) ist deshalb bei RunFlat-Fahrzeugen absolut notwendig — ohne es fährt man möglicherweise auf dem Notlaufprogramm, ohne es zu wissen.

Vorteile von Notlaufreifen

Vorteile
  • Kein Reifenwechsel am Straßenrand nötig — sicherer, besonders nachts oder auf Schnellstraßen
  • Kein Ersatzrad nötig → mehr Kofferraumplatz
  • Fahrzeug bleibt nach Druckverlust kontrollierbar (keine plötzliche Lenkreaktion)
  • Weniger Pannenpannen-Stress auf langen Reisen
Nachteile
  • Deutlich teurer als normale Reifen (20–40 % Aufpreis)
  • Nach einem Plattfuß meist nicht reparierbar — neuer Reifen nötig
  • Härtere Seitenwand → etwas schlechterer Fahrkomfort
  • Schlechtere Auswahl (nicht alle Größen verfügbar)
  • Nicht für alle Fahrzeuge geeignet (Fahrwerk muss ausgelegt sein)

Für wen lohnen sich RunFlat-Reifen?

Notlaufreifen sind besonders sinnvoll für:

  • Fahrzeuge ohne Ersatzrad (z.B. viele moderne BMW-Modelle sind ab Werk dafür ausgelegt)
  • Vielfahrer auf der Autobahn
  • Menschen, die im Reifenwechsel wenig geübt sind oder körperlich eingeschränkt sind

Weniger sinnvoll für:

  • Fahrzeuge mit vorhandenem Ersatzrad (dann redundant)
  • Stadtfahrer mit kurzen Wegen (Pannendienst meist schnell erreichbar)
  • Fahrer, die Fahrkomfort über Pannenschutz stellen

Kann man RunFlat durch normale Reifen ersetzen?

Grundsätzlich ja — aber mit Bedingungen: Das Fahrzeug muss dann ein Ersatzrad mitführen. Das Fahrwerk mancher RunFlat-Fahrzeuge (besonders BMW) ist auf die härtere Seitenwand abgestimmt — mit normalen Reifen kann das Komfort und Handling leicht verändern. Im Zweifelsfall Werkstatt fragen.

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